Literaturprojekt

Literaturprojekt in Kooperation mit dem Literaturmuseum der Moderne Marbach

Passend zur Wechselausstellung „Die Familie – ein Archiv“, die vom 21.09.2017 bis zum 29.04.2018 gezeigt wurde, wagten sich die Schülerinnen und Schüler der Maximilian-Lutz-Realschule Klasse 5c an das Thema Familie

The Making of the Family«: In welcher Formenvielfalt innere Ordnungen von Familien sichtbar werden und wie sich diese zwischen ihrem Anspruch auf Originalität und Kanonisierung manifestieren, zeigt die Ausstellung ›Die Familie. (LIMO)

Das Projekt startete am 13.11.2017 mit dem ersten Besuch im Literaturmuseum der Moderne in Marbach. Die Schüler kamen um Punkt 10.00Uhr vor dem Museum an, wo sie bereits von Sandra Potsch und Verena Staak erwartet wurden. Da das Museum montags nicht geöffnet hat, ging es für die Schüler der Klasse 5 durch die „Geheimgänge“ des Archivs in das LIMO. Dort angekommen überlegten die Kinder, was FAMILIE bedeutet und lösten dies in Form eines Akrostikons.

Freundschaft – Achtsamkeit – Mut – Interesse –Liebe – Ich – Eltern

Das Thema des Tages war dann die ÄHNLICHKEIT innerhalb der Familie. Dazu begannen die Schüler das Museum zu erkunden und entdeckten einen alten Spiegel der Familie Humbold. Ebenso auch eine Bildproduktion von Bruder und Schwester, bei der die beiden Bilder übereinandergelegt wurden, um die optische Ähnlichkeit zu veranschaulichen. Diese Bildproduktion spiegelte sich ebenfalls im Spiegel.

Als literarischen Impuls las Fr. Staack einen Auszug aus Erich Kästners „Das doppelte Lottchen“ vor, in dem die Ähnlichkeit der Zwillinge beschrieben wurde. Die Geschichte diente dazu, darüber nachzudenken, was die Schüler mit ihrer Familie an Ähnlichkeiten haben.

Am 16.11.2017 besuchten uns die beiden Museumspädagoginnen nun an der Maximilian-Lutz-Realschule in Besigheim und hatten allerlei Erbstücke im Gepäck. Ebenso auch die Schülerinnen und Schüler, die alte Bücher, Geld, Uhren, Döschen, Sammlerstücke, Taschenmesser, Briefmarken und Schmuck mitgebracht hatten. Die verbogenen spannenden Geschichten, die sich um diese Gegenstände ragen, wurden gegenseitig erzählt und dann auch aufgeschrieben. Ergänzend dazu fertigten die Schüler im Kunstunterricht Zeichnung zu ihren Erbstücken an, die dann im Deutschunterricht dazu verwendet wurden, um eine spannende Fantasieerzählung zu schreiben.

Am 19.12.2017 traten die Schüler der 5c dann wieder die Reise nach Marbach an, um sich dieses Mal mit Familienfotographien näher zu beschäftigen. Zuvor wurden aber diverse Erbstücke von Literaten gesichtet. Da waren zum Beispiel Autoschlüssel, Weinbecher von Goethe, Schmuck, Geld, Schillers Taufkleid oder eine alte Pfeife eines gefallenen Schriftstellers interessiert begutachtet.

Ein neuer Raum der „Familienausstellung“ wurde anschließend entdeckt, in dem einige Fotographien von Literaten genauer betrachtete wurden. Hier lernten die Kinder, dass Fotos einen Vordergrund und auch einen Hintergrund haben, dass die Anordnung auf Bildern durchdacht ist und dass sich Schriftsteller auch sehr gerne mit Büchern und Kunst ablichten ließen. Später hatten die Kinder die Aufgabe, den Personen auf den Fotos Worte in den Mund zu legen. Dazu überlegten sie sich, in welcher Situation die Personen sich befanden und ob es ihnen gut oder nicht so gut geht.

Am 17.01.2018 bekamen wir dann wieder Besuch von Fr. Potsch und Fr. Staack, die allerlei Material im Gepäck hatten. Die Kinder sollten an diesem Tag künstlerisch und literarisch aktiv werden. Ausgehend von einer gebastelten Seite eines Fotoalbums, die eine Collage einer Familie oder eine Sammlung von Bildern zu einer Situation darstellen konnte, einen Tagebucheintrag einer auf der Seite abgebildeten Person zu schreiben.

Am 07.02.2018 reisten wir erneut nach Marbach und durften zum ersten Mal Platz im Auditorium nehmen. Dort erwarteten die Schüler bereits einige Bilder auf der Projektorleinwand und Verena Staak las eine Rollentauschgeschichte begleitet von diesen Bildern vor. Ein Junge schlüpfte in die Rolle des Vaters und verbrachte einen ganzen Tag in dessen Leben. Dass die Arbeit des Vaters doch viel langweiliger war und die Kleidung des Vaters doch viel unangenehmer zu tragen ist als gedacht, musste der Junge schnell feststellen. Auch wenn Rasieren und Zeitung auf der Toilette lesen anfangs auch sehr spannend war. Aber auch der Vater musste erkennen, dass Hausaufgaben und Flöte spielen lernen bei weitem nicht so toll sind. Ausgehend von dieser Geschichte erdachten die Schüler der 5c nun selbst kleine Geschichten, in denen sie die Rolle mit ihren Eltern, Geschwistern oder älteren Verwandten tauschten. Die restliche Zeit im Literaturmuseum der Moderne verbrachten die Kinder in der Ausstellung und recherchierten u.a. den Aufbau bzw. die Gestaltung von Stammbäumen. Dabei entdeckten sie auch in Mörikes Stammbaum einen Namensvetter eines Schülers der 5c.

Am 27.02.18 brachten Fr. Potsch und Fr. Staak Verstärkung mit nach Besigheim und so bastelten die Kinder unterstützt von zwei Praktikantinnen hübsche Einladungskarten für ihre Eltern zur Finisage. Im Anschluss wurden verschiedene bereits entstandene Texte in kleinen Gruppen überarbeitet. Teils wurden die Texte sogar mit Federkeil und Tinte geschrieben. Nun war es auch Zeit, sich mit seiner eigenen Familie auseinanderzusetzen und so wurden kleine Stammbäume gestaltet und mit Leben gefüllt. Über Haustiere, Geschwister, Eltern, Onkel und Tanten sowie Großeltern. Eine spannende Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte, wobei der ein oder andere Name erst erfragte werden musste. Auch wie ein Stammbaum überhaupt aufgebaut ist

Die erste kleine Bewährungsprobe hatten die Schüler der Klasse 5c dann am 09.03.2018 beim Tag der offenen Türe der Maximilian-Lutz-Realschule. An diesem Nachmittag präsentierte die Klasse zusammen mit Fr.Potsch und Fr. Staak erste fertige Produkte wie die Fotoalbumseite, gezeichnete Urlaubsfamilienbilder und gedichtete Elfchen zum Thema Familie. In zwei kleinen Aufführungen trugen die Kinder ausgewählte Elfchen und kommentierte Familienfotografien unterstützt durch eine PowerPoint Präsentation vor. Die großen und vor allem kleinen Besucher an diesem Tag konnten auch selbst kreativ werden und sich am Schreiben von Familien-Elfchen probieren.

Am 13.+14.03.2018 nutzen wir die Projektwoche, um in unserem Projekt noch einmal eine ganz neue Perspektive zu eröffnen. Eduard Mörike als kleiner Teil der Ausstellung „Familie. Ein Archiv.“ und ein noch größerer Teil im angrenzenden Schillermuseum, dabei auch ganz nebenbei noch ein berühmter lokaler Dichter sollte näher kennengelernt werden. Ausgehend von einem Familienfoto von ihm wurde die Neugierde der Schüler zu ihm geweckt. Dieses alte Foto bekamen die Kinder aber nicht einfach so ausgehändigt, es mussten sie sich durch ein Rätsel erarbeiten. Fr. Potsch und Fr. Staak brachten eine „Schatzkiste“ mit, die nur geöffnet werden konnte, wenn die Klasse das Mörike Gedicht „Er ist’s“ wieder richtig zusammengesetzt werden konnte. Bei der Betrachtung des Bildes kamen viele Fragen auf, die anschließend in einem Brief an das Literaturmuseum und deren Archivmitarbeiter gestellt wurden. Diese Briefe nahmen die beiden Museumpädagoginnen mit und dienten tags darauf als Ausgangspunkt der Recherchen im Museum über Mörike. In Kleingruppen durchstreiften sie mit einer selbst gezeichneten Schatzkarte und Fragen das Museum. Zum Ende wurden noch offene Fragen von Fr. Potsch und Fr. Staak beantwortet. Ein gelungener Tag im Museum, bei dem die letzten Barrieren zwischen Schüler bzw. Kindern und Museum abgebaut wurden.
Am 10.04.18 fand dann für die an der Finisage teilnehmenden Schüler die Generalprobe in Marbach statt. Die anderen Schüler der 5c gestalteten eigene Familienwappen.

Den Schlusspunkt der Kooperation mit dem Literaturmuseum der Moderne in Marbach und des Familienprojektes bildete die Finisage am 29.04.2018. Pünktlich um 15 Uhr begann die sehr gelungene Präsentation der vielen vielen Schülerprodukte im Auditorium. Unter den Augen der eigenen Familien, interessierten Besuchern, des Schulleiters der Maximilan-Lutz-Realschule Herrn Hofer, der Museumpädagoginnen und der Klassenlehrerin Fr. Penka wurden Texte gelesen, Bilder gezeigt Stammbäume ausgestellt, Familienfotografien zum Leben erweckt und Erbstücke präsentiert.

 

 

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